Das Ergebnis: In der Tai-Chi-Gruppe verlangsamte sich der Krankheitsverlauf, etwa gemessen an den Bewegungssymptomen auf der international anerkannten Parkinson-Skala (UPDRS), und die Notwendigkeit, die Medikamentendosis zu erhöhen, verzögerte sich deutlich.

Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Tai Chi den Krankheitsverlauf über Jahre hinweg positiv beeinflussen kann, sowohl bei alltäglichen motorischen Symptomen wie Gleichgewicht , Beweglichkeit und Gangbild als auch bei nicht-motorischen Beschwerden wie geistiger Leistungsfähigkeit, Ängstlichkeit oder Schlafstörungen.

Wichtig ist mir dabei die ehrliche Einordnung, und das betonen die Forschenden selbst: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie mit vergleichsweise wenigen Teilnehmenden, die nicht zufällig einer Gruppe zugeteilt wurden. In der Tai-Chi-Gruppe waren zudem Menschen dabei, die schon länger Tai Chi trainierten. Ein Zusammenhang wie dieser ist also kein endgültiger Beweis, dass Tai Chi allein die Ursache ist. Aber genau das zeigt aus meiner Sicht auch etwas Positives: Wer dauerhaft in sinnvoller Bewegung bleibt, wie beim Tai Chi, profitiert davon offenbar über Jahre hinweg.

Und diese Shanghai-Studie steht nicht allein da: Bereits 2002 zeigte eine erste Pilotstudie (Marjama-Lyons et al.), dass Tai Chi bei Parkinson mit einer geringeren Sturzrate einhergeht, 2008 bestätigten Hackney und Earhart in einer weiteren Untersuchung, dass Tai Chi Balance und Beweglichkeit verbessert. Nicht umsonst gehört Bewegungstherapie längst zu den anerkannten Bausteinen der Parkinson-Behandlung: Auch die europäische Physiotherapie-Leitlinie von 2014 führt Tai Chi ausdrücklich als belegte Methode bei Balance und Beweglichkeit auf.

Wer selbst nachlesen möchte:
Li G, Huang P, Cui S, He Y, Tan Y, Chen S (2023): Effect of long-term Tai Chi training on Parkinson’s disease: a 3.5-year follow-up cohort study. Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry.
https://jnnp.bmj.com/content/95/3/222

Keus S, Munneke M, Graziano M, et al. (2014): European Physiotherapy Guideline for Parkinson’s Disease. KNGF/ParkinsonNet.
https://www.parkinsonnet.nl/app/uploads/sites/3/2019/11/eu_guideline_parkinson_clinicians.pdf

 

 

 

25.02.2025

Neue Heisenberg-Professur für Neurogenomik

Die DFG hat am Institut für Neurogenetik der Universität zu Lübeck eine neue Heisenberg-Professur eingerichtet.
Prof. Dr. Joanne Trinh erforscht genetische und umweltbedingte Faktoren der Parkinson-Krankheit,
insbesondere die Wechselwirkung zwischen genetischen Modifikatoren und Umweltfaktoren.

Ein zentrales Projekt ist die Untersuchung der X-chromosomalen Dystonie-Parkinsonismus-Erkrankung (XDP),
die vor allem auf den Philippinen vorkommt. Die Förderung beträgt insgesamt 1,1 Mio. €.


Pandora Studie

Hier geht es zum Positionspapier der Patientenorganisationen zur Digitalen Gesundheitsforschung.


Positionspapier (PDF)


Studie aus Hannover (MHH)

Nur unruhiger Traum oder Vorzeichen für Parkinson?

Studien sind ein wichtiger Prozess für die Forschung und Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten.

PANDORA Projekt

Im Rahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung läuft eine Studie zum Thema
„Digitalisierung in Patienten- und Selbsthilfeorganisationen“.
Es werden noch Teilnehmer:innen gesucht (ca. 15–20 Minuten Aufwand).


Zur Umfrage

Kontakt: Simon Wallraf (✉️ wa***********@*********er.de, ☎️ 0151-44995975)
Dr. Jonas Lander (✉️ la**********@*********er.de, ☎️ 0160-5096269)

www.pandora-forscht.de


Funktionelle Neurologische Symptome und Gefühlsregulation

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim sucht Proband:innen für eine Studie zur
Gefühlsregulation bei Funktionellen Neurologischen Störungen (FNS).

Teilnahme möglich bei:

  • Funktioneller Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4)
  • Funktioneller Sensibilitäts- & Empfindungsstörung (F44.6)
  • Gemischter Funktioneller Neurologischer Störung (F44.7)

Infos:

Zi Mannheim – Studie

Ansprechpartnerin: Carolin Hummel, B.Sc. Psychologie
✉️ ca************@*********im.de